Genial einfach – einfach genial: Die Erfolgsgeschichte des Fallminenstifts

Der TK 9400 begeistert seit mehr als 70 Jahren mit seiner ebenso simplen wie überzeugenden Technik. Jetzt erlebt er ein Revival als digitales Zeichentool.


Die Vorteile eines klassischen Bleistifts mit den Vorzügen eines digitalen Endgeräts zu kombinieren, das gelingt Künstlern und Kreativen seit der Einführung eines echten Novums vor gut einem Jahr: dem Repaper Grafik Tablet, das das in Grenoble ansässige Start-up-Unternehmen iskn in Kooperation mit Faber-Castell lanciert hat. Dank seiner „Augmented InteractionTM“-Technologie kann man Zeichnungen, die mit Stift und Papier gefertigten wurden, so digitales Leben einhauchen. 
Nun ist es gelungen, ein weiteres analoges Schreib- und Zeichengerät mit dem Repaper von iskn kompatibel zu machen: Der neue Repaper Fallminenstift, der erst Anfang Dezember auf den Markt kam, konvertiert Zeichnungen und Notizen in digitale Formate – die Geburtsstunde des ersten „digitalen“ Fallminenstifts. Grund genug, einmal die Erfolgsgeschichte dieses außergewöhnlichen Kreativwerkzeugs Revue passieren zu lassen:

Verlässliche Konstante mit Nostalgie-Potenzial

Es gibt Dinge, die schöne, wehmütige oder lange vergessene Erinnerungen wecken. Doch wenn ein Objekt mit solchem Nostalgie-Potenzial gleichzeitig topaktuell ist, handelt es sich um ein echtes Phänomen: Der TK 9400, von Faber-Castell bereits seit über 70 Jahren produziert, begeistert Generation um Generation. Bis heute ist der Fallminenstift erklärtes Lieblingsschreibgerät nicht nur der ursprünglich als Zielgruppe avisierten Techniker, Kaufleute und Künstler, sondern zahlloser Grafiker, Modedesigner, Architekten, Blogger und anderer Kreativer. Schmal, schlicht und dezent dunkelgrün, zählt der TK 9400 zu einem der beständigsten Bestseller im Sortiment der Schreibgerätehersteller aus Stein bei Nürnberg.
Von Zeichenfans bis Zahlenmenschen: So unterschiedlich die Fallminenstift-Fans auch sein mögen, so übereinstimmend beurteilen sie seine Qualitäten. Der TK 9400 gilt als einzigartig robust und ökonomisch, ist stets griffbereit und sicher in der Handhabung – eine verlässliche Konstante im manchmal mehr als turbulenten Alltag. 
 
Das liegt an der ebenso einfachen wie überzeugenden Mechanik, deren Prinzip sich seit seiner Entwicklung Anfang der 1940er Jahre nicht verändert hat: In diesem Stift wird die Mine nicht, wie bei herkömmlichen Bleistiften, direkt von Holz ummantelt, sondern befindet sich in einem Rohr. Dieses mündet unten in einer Klemmzange mit drei Backen, einer Art Kralle. Drückt man auf den Druckknopf am Stiftende, öffnet sich die Kralle und die Mine „fällt“ heraus. Wird der Druckknopf losgelassen, schließt sich die Zange wieder und fixiert die Mine. Genial einfach – und einfach genial. Denn so kann man die Mine immer wieder nachschieben und damit nahezu vollständig aufbrauchen, ohne dass die Stiftlänge sich verändert. Vorbei das ungelenke Hantieren mit Bleistiftstummeln, Zeit für ein neues, dynamischeres Schreiben und Malen in Werkstatt, Kontor oder Atelier!

Gelungene Premiere 1948

Diese Zeit brach endgültig an, als Faber-Castell die im Zweiten Weltkrieg unterbrochene Produktion wieder aufnehmen und so auch den innovativen Fallminenstift in größeren Mengen herstellen konnte. Das erste Modell kam 1948 mit einem 12,5 Zentimeter langen, hölzernen Sechskant-Schaft auf den Markt (ab `49 in einer Ausführung aus Kunststoff), sein goldenes Logo, das sich aus der Abkürzung für die eingangs erwähnten Techniker, Kaufleute und Künstler sowie der Ordnungsnummer 9400 zusammensetzt, trug anfangs noch den Zusatz „Germany“ – ansonsten aber sind Design und Look bis heute im Wesentlichen unverändert. Das beweist zum einen die Klassiker-Qualitäten dieses Produkts und sorgt zum anderen für seine enorm hohe Wiedererkennung. Denn wer einmal in seinem Gedächtnis – oder in den Schubladen des Elternhauses – kramt, wird schnell fündig: Fast jede und jeder erinnert sich, schon während der Ausbildung, im Handwerkskeller des Großvaters oder während der ersten Zeichenstunden den charakteristischen dunkelgrünen Druckbleistift im Einsatz gesehen zu haben.

Aus praktisch wird noch praktischer

Kleine gestalterische Variationen ergaben sich aus der Erweiterung des TK-Repertoires. So präsentierte Faber-Castell 1949 den TK 9420 Color für Farbminen, bei dem die Druckknöpfe entsprechend eingefärbt sind. Kurz darauf folgte Modell 9500 mit einem Clip, der sich ganz einfach an der Brusttasche von Hemd oder Kittel befestigen lässt. Der TK 4600 schließlich wartete mit einem weiteren praktischen Detail auf – einem im Druckknopf integrierten Spitzer.

 

Auch das Angebot der nachfüllbaren Minen, die wie bei herkömmlichen Bleistiften aus Graphit und Ton bestehen, wurde immer weiter variiert: Es gibt sie mit 2,0 oder 3,15 Millimetern Durchmesser und inzwischen in 14 Härtegraden. Um die Suche nach dem gewünschten Modell zu erleichtern, brachte man 1953 die Härtegrad-Bezeichnungen auf allen sechs Seiten des Schafts an, außerdem einen weißen Zierring am Ende, der den Bleistift vom TK Color unterscheidet. Seit 1960 sorgt die Spiralriffelung an der Spitze für einen noch sichereren Griff. Einen kleinen Ausflug in Richtung Glamour unternahm Faber-Castell im Jahr 1998 – und adelte den unverzichtbaren Begleiter anlässlich seines 50. Jubiläums mit einer limitierten Auflage in Sterlingsilber.

Nachhaltig von Beginn an

Man findet also Fallminenstifte für alle Fälle. Vielseitig einsetzbar, praktisch nicht kaputtzukriegen, extrem materialsparend: So präsentiert sich der Fallminenstift als Paradebeispiel eines nachhaltigen Alltagsprodukts. Die „gründlichen Leute von Faber-Castell“, wie es in einer Anzeigenserie  in den 1960ern hieß, prüfen seit der Erfindung des TK 9400 bei jedem einzelnen Exemplar, ob die Mine fest genug sitzt, um beim Schreiben niemals durchzurutschen – in Zeiten, in denen Langlebigkeit und Respekt vor Ressourcen groß geschrieben werden, ist eine solche Güte-Garantie so wichtig wie damals.
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