Kreativ-Wettbewerb 111 Jahre Polychromos Künstlerfarbstifte
1989 - in dem selben Jahr, in dem Tim Berners Lee das Thesenpapier veröffentlicht, das die Vorlage für das spätere World Wide Web wird, setzt Faber Castell für seine Werksgebäude ein neues Farbkonzept um, das das verstärkte Engagement des Unternehmens weithin sichtbar macht.
Gebrannter Ocker wird wortwörtlich verbrannt! Bei der Erhitzung verliert das Farbpigment seine Wasseranteile und verändert sich so von einem gelblichen Ton in eine bräunliche Farbe. Da Ocker zu den ältesten, Pigmenten zählt, kann man die Gewinnung des „gebrannten Ockers“ als eine der ersten menschlichen Farbmodifikationen ansehen.
Künstler wie Leonardo da Vinci, Tizian oder Rembrandt verwendeten das „schokoladenbraune“, lavierende Pigment Bister . Es wird aus Ruß hergestellt, welcher aus Buchen oder Eichenhölzern gewonnen werden kann.
Am 12. Dezember 1987 wurde die Hochzeit von Anton Wolfgang Graf von Faber Castell und Mary Elizabeth Hogan gefeiert. Die kirchliche Zeremonie fand in der Kirche in Stein statt. Anschließend fuhr das Brautpaar unter Jubelrufen der Steiner Bevölkerung in einer Kutsche zum Neuen Schloss.
Zinnober hell wird seit dem 15. Jahrhundert im großen Stil innerhalb der europäischen Malerei eingesetzt, besonders bei Kleidungsstücken und Gewändern. Als Färbemittel ist Zinnober bereits in Wandmalereien des alten Pompejis und Herkulaneums sowie in chinesischen Dokumenten nachweisbar.
Unter der Leitung von Graf Anton Wolfgang initiiert Faber Castell in Brasilien 1982 ein weltweit einzigartiges Forstprojekt, das die nachhaltige Versorgung von wertvollen Rohstoffen für holzgefasste Bleistifte sichert.
Im frühen 17. Jahrhundert wurde das Pigment „Natural Brown 8“ sehr häufig von Malern wie Rembrandt, Rubens oder dem flämischen Maler Anthonis van Dyck (1599 bis 1641) eingesetzt. Aufgrund der intensiven Verwendung durch van Dyck wird dieses Pigment auch als „Van Dyck Braun“ bezeichnet.
Am 21. Juli 1969 betritt Neil Alden Armstrong als erster Mensch den Mond. Während alle Welt dieses Ereignis noch feiert, bricht bei Faber-Castell in Stein am darauf folgenden Tag ein Brand in der Fabrikhalle aus. Fast zehn Jahre später übernimmt Graf Anton-Wolfgang 1978 die Firma von seinem Vater.
Ultramarin „Jenseits des Meers“ so lautet die Übersetzung der beiden lateinischen Wörter ultra(lat.) = Jenseits und mare(lat.) = Meer. Wenn wir diese Farbe sehen träumen wir von Stränden mit klarem Wasser. Den eigentliche Namen erhielt sie allerdings von Ihrer Herkunft aus Übersee-Asien, von wo aus sie nach Italien gebracht wurde. Mittelalterliche Anwendungen des pulverisierten Pigments sind in europäischen Buchminiaturen belegt.
Wussten Sie, daßder Farbton Scharlachlack ursprünglich aus Schildläusen gewonnen wurde? Heute wird diese Künstlerfarben zumeist aus organisch synthetischen Pigmenten hergestellt. Der bezaubernde Farbton bleibt dabei erhalten und die Lichtbeständigkeit gesteigert.
Am 14. Juli 1961 feierte das Unternehmen Faber-Castell sein 200-jährige Bestehen. Unter begeisterter Beteiligung der Steiner Bürger zog eine Festzug durch die Stadt. Eine weitere Jubiläumsfeier fand nachmittags auf dem Nürnberger Messegelände statt.
Goldocker wurden bereits in der Steinzeit als Pigmente verwendet und ist in einigen Höhlenmalereien auch heute noch erhalten. Aufgrund ihrer hohen Lichtechtheit sind sie auch heute noch sehr verbreitet und ergänzen mit ihrer warmen Gelbschattierungen die erdigen Farbpaletten perfekt.
Im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs widmete sich Roland Graf von Faber-Castell der Gründung von Niederlassungen und dem Wiedererwerb verloren gegangener Gesellschaften weltweit. In den fünfziger Jahren zierten exotische Papageien die Verpackung der Polychromosstifte. 1960 stellte Rolands Sohn Anton-Wolfgang einen Schulrekord im Kugelstoßen auf, der die nächsten 30 Jahre nicht gebrochen wurde.
Ganze Bücher ließen sich zu dieser Farbe schreiben und dabei verdankt dieses Pigment seine Entdeckung 1706 einem Unfall. Weil der Farbhersteller Diesbach einen Reinstoff durch einen verunreinigten ersetzen musste erhielt er statt Rot ein herrliches Blau und fand nebenbei das erste moderne Pigment. Sein Geheimnis konnte er bis 1724 waren.
Zeitlebens war Roland Graf von Faber-Castell ein leidenschaftlicher Reiter. In diesen turbulenten Zeiten setzt der Film „Vom Winde verweht“ mit 13 Nominierungen und acht Oscars neue Maßstäbe bei den Oscarverleihungen. Auch das Schloss in Stein durchlebt turbulente Zeiten: während der Nürnberger Prozesse wurde es zum Camp für Pressevertreter aus aller Welt.
William Hooker war ein gefragter Pflanzenzeichner. So illustrierte er in einer Zeit - lange vor der Fotografie - Pflanzen und ihr Blattwerk für die angesehene Royal Horticultural Society. Auf der Suche nach neuen Grüntönen für die Kolorierung entstand der nach ihm benannte opaque Grünton Hooker’s Grün. Wer träumt nicht von einem Picknick inmitten so schön grüner Landschaft?
Roland Graf von Faber-Castell genießt den Winter in St. Moritz beim Skifahren, während am anderen Ende der Welt der Bau an dem zu diesem Zeitpunkt höchsten Gebäude der Welt – dem New Yorker Empire State Building – beginnt.
Sepia – der wissenschaftliche Name für den Tintenfisch ist hier der Namensgeber. Der dunkelbraune bis grauschwarze Farbstoff wurde aus den getrockneten Tintenbeuteln der Kopffüßer gewonnen. Heutzutage wird für Künstlermaterialien kein original Sepia mehr verwendet.
Im 16. Jahrhundert brachten spanische Eroberer Feigenkakteen von Mittel- und Südamerika nach Europa und mit Ihnen nicht nur die wohlschmeckende Früchte, sondern auch die Schildlaus. Aus diesen Schildläusen wurde das kräftig rote Karmin für Stifte und auch Kosmetik gewonnen. Heute verwendet man statt der Schildlaus synthetische Farbstoffe oder Pigmente mit besserer Lichtechtheit.
Pariser Blau und Berliner Blau sind zwar chemisch identisch, aber doch nicht gleich. Wir stellen uns den Sommerhimmel in der Stadt der Liebe doch noch ein wenig heller vor als in dem von Wasser umgebenen Berlin. Das spiegelt sich auch in den beiden Farbtönen wider.
Diese elegante und farbenreiche Verpackung spiegelt den Zeitgeist des Art Déco wieder, der mit der Weltausstellung 1925 seinen Höhepunkt hatte. Wussten Sie, dass sowohl Königin Elizabeth II als auch Marylin Monroe 1926 geboren wurden?
Nichts ist für den Maler ärgerlicher, als eine chemische Veränderung der aufgetragenen Farbe. Aufgrund seiner Tendenz zum „Vergrünen“ und seinen gesundheitsschädigenden Eigenschaften verlor das Pigment Zinkgelb an Bedeutung in der Malerei. Heute wird es durch unbedenkliche lichtechte und organische Pigmente nachgestellt und erfreut sich aufgrund seiner Strahlkraft wieder großer Beliebtheit.
Die Nachfrage nach Produkten aus dem Hause A.W. Faber steigt weiterhin und erfordert eine Erweiterung der Fabrikationsanlagen. Der Bauabschnitt für eine größere und moderne Produktion in U-Form beginnt. Wussten Sie, dass hier auch heute noch Stifte hergestellt werden? Der historische Gebäudekomplex und unsere Stifteproduktion kann im Rahmen von Faber-Castell Erleben besichtigt werden.
Künstler setzten sich früher über die verwendeten Farben oft giftigen Stoffen aus. Schon längst wird für satte Grüntöne keine giftige Kupfer-Arsen-Verbindung mehr verwendet. Der helle, lichtbeständige Grünton leuchtet dank ungiftiger Phthalocyanin-Pigmente, die sich ähnlich wie Mineralgrün durch eine sehr gute Lichtechtheit auszeichnen.
1908 bringt Alexander Graf von Faber-Castell die neue Farbstiftserie „Polychromos“ heraus. Sein jüngstes Kind Roland, der später einmal die Firma leiten wird, ist damals drei Jahre alt. Als Alexander im Mai 1909 per Schnelldampfer zur Faber-Castell Niederlassung in die USA reist, wird er euphorisch begrüßt: „Der „Bleistiftkönig“ hier eingetroffen!“, titelt die New Yorker Staatszeitung.
Bleimennige, als Pigment auch Saturnrot genannt, ist seit der Antike bekannt. Die Erfindung des leuchtend roten Pulvers wird einem Feuer im Athener Hafen Piräus zugeschrieben: Fässer mit Bleiweiß verbrannten, und das Pigment verfärbte sich von Weiß zu Rot.
