Kaspar Faber

In der Reichstadt Nürnberg sind um das Jahr 1660 die ersten Bleistiftmacher nachzuweisen. Aber auch im Umland etablieren sich etliche Handwerksbetriebe, insbesondere in Stein, einer kleinen Ortschaft im Grenzgebiet zwischen der Reichsstadt und dem Markgrafentum Ansbach. Im Gegensatz zu den Nürnbergern unterliegen sie nicht den strengen Auflagen der dort gültigen Handwerkerordnung und können sich zu starken Konkurrenten entwickeln.

Auch der Schreiner Kaspar Faber widmet sich der Bleistiftherstellung. Zunächst arbeitet er noch für ortsansässige Bleistiftmacher, stellt aber in seiner Freizeit auch auf eigene Kosten Stifte her. Bald ist er damit so erfolgreich, dass er sich mit einer kleinen Werkstatt selbständig machen kann. Aus diesen bescheidenen Anfängen wird sich ein Unternehmen von Weltruf entwickeln.

2. Generation (1758-1819)
Anton Wilhelm Faber

Nach dem Tod Kaspar Fabers übernimmt sein Sohn Anton Wilhelm den bereits recht ansehnlichen Handwerksbetrieb. Er erwirbt ein am Ortsrand von Stein gelegenes Grundstück mit einer Werkstatt, die er binnen weniger Jahre zu einer florierenden Manufaktur ausbaut. Bis auf den heutigen Tag ist hier der Stammsitz der Firma A.W. Faber-Castell angesiedelt. Anton Wilhelm, dessen Initialen in den Firmennamen eingegangen sind, kann seinem einzigen Sohn Georg Leonhard noch zu Lebzeiten einen Besitz übergeben, der in offiziellen Dokumenten bereits als "Bleistiftfabrik" bezeichnet wird.

3. Generation (1788-1839)
Georg Leonhard Faber

Georg Leonhard Faber führt den Bleistiftbetrieb in politisch und wirtschaftlich schwierigen Zeiten fort, kann aber nicht verhindern, dass die Geschäfte stark zurückgehen. Noch werden seine Stifte auf herkömmliche Methode gefertigt, obwohl in Frankreich ein neuartiges Verfahren für die Minenproduktion erfunden worden ist. Zudem kann er keinesfalls mit den aus feinstem Graphit hergestellten "raaren englischen Bleistefften" konkurrieren.

Doch ist sich Georg Leonhard durchaus darüber im Klaren, dass für die Zukunft seines Unternehmens Auslandserfahrungen von entscheidender Bedeutung sind und schickt deshalb seine Söhne Lothar und Johann auf Reisen. Tatsächlich entwickelt der Erstgeborene, Lothar, in den fortschrittlichen Metropolen Paris und London jene Ideen, die binnen weniger Jahre die Steiner Fabrik in den Rang einer Weltfirma erheben werden.

4. Generation (1817-1896)
Freiherr Lothar von Faber

Nach dem Tod seines Vaters 1839 kehrt der 22-jährige Lothar von Faber in die Heimat zurück. Mit eisernem Willen verfolgt er sein ehrgeiziges Ziel: „... Mich auf den ersten Platz emporzuschwingen, indem ich das Beste mache, was überhaupt in der Welt gemacht wird...“ Er modernisiert die Produktionsanlagen und sichert sich durch eine Graphitmine in Sibirien erstklassigen Rohstoff. Größten Wert legt er auf beste Qualität und exklusive Präsentation seiner Produkte, die er mit „A. W. Faber“ kennzeichnet – das erste Marken-Schreibgerät ist geboren.


Modernisierung Produktion

Nach der Rückkehr in die Fabrik macht sich Lothar unverzüglich an die Modernisierung der Produktionsanlagen. Er lässt neue, helle Gebäude errichten, um hygienischen Ansprüchen Genüge leisten zu können und die Motivation der Arbeiter zu steigern. Strikt getrennt sind die Tätigkeitsbereiche von Frauen und Männern: Während die körperlich schweren Arbeitsvorgänge wie die Bearbeitung von Graphit, Ton und Holz den Männern vorbehalten sind (im Bild: Einleimen der Minen), werden die Stifte ausschließlich von Frauenhänden poliert, gezeichnet, gebunden und versandfertig verpackt.

Seit 1844
Soziale Einrichtungen

Lothar Faber ist sich der mit der Industrialisierung verbundenen sozialen Problematik bewusst. Er gründet deshalb sehr frühzeitig soziale Einrichtungen, die erst später allgemein üblich werden, wie eine Betriebskrankenkasse - die älteste in Bayern. Fünf Jahre später gründet er eine Arbeitersparkasse, danach ein Rentenkasse und einen sogenannten Consumverein, damit seine Arbeiter unter günstigen Konditionen Lebensmittel erwerben können. Mit dem Bau von Häusern mit für die damalige Zeit recht komfortablen Mietwohnungen gewährleistet er einen relativ hohen Lebensstandard.

Eröffnung eines der ersten Kindergärten

Erziehung und Bildung liegen Lothar Faber besonders am Herzen. Um die Kleinkinder "schädlichen Einflüssen" zu entziehen, unterstützt er maßgeblich einen Kindergarten in Stein, der am 13. August 1851 eröffnet wird - damals noch umständlich "Kleinkinderbewahranstalt" genannt. Stets fördert er Schulen und Bildungsinstitute, darunter auch eine Arbeiterbibliothek mit Literatur "nützlichen und belehrenden" Inhalts.

1856
Graphit aus Sibirien

1856 sichert sich Lothar Faber durch den Erwerb der alleinigen Abbaurechte an einer Graphitmine in Sibirien einen entscheidenden Marktvorteil. Auf der Suche nach Gold ist ein Franzose auf die Graphitvorkommen aufmerksam geworden und bietet der inzwischen renommierten Firma A.W. Faber die Zusammenarbeit an. Die Graphitbrocken müssen mühsam auf dem Rücken von Rentieren vom Sajanischen Gebirge, etwa 300 Kilometer von Irkutsk entfernt, über unwegsames Gelände transportiert und dann auf dem Seeweg über den Fluss Amur über den Stillen, den Indischen und den Atlantischen Ozean nach Hamburg verschifft werden. Dennoch ist das Geschäft lohnend und die "sibirischen Stifte", ummantelt mit feinem Holz aus Florida - werden in alle Welt verkauft.

1861
100-jähriges Firmenjubiläum

1861 kann das einhundertjährige Bestehen der Firma A.W. Faber festlich begangen werden. Mittlerweile beschäftig das Unternehmen über 250 Mitarbeiter und hat einen festen Platz auf dem Markt erobert. Lothar Faber, stets innovativ, sucht nach einer Bereicherung seiner Produktpalette und wird in einem Schieferbruch in Oberfranken, unweit von Bad Steben, fündig. In dem kleinen Ort Geroldsgrün gründet er im Jubiläumsjahr 1861 eine Schiefertafelfabrik und bringt damit etliche Menschen in Lohn und Brot. Später wird sich das Unternehmen zu einem der weltweit führenden Rechenstab-Werke entwickeln.

1861
Eröffnung A.W. Faber in New York

Während des amerikanischen Bürgerkrieges (1861-1865) wird der freie Austausch von Waren zunehmend behindert. Um im Lande selbst produzieren zu können, gründet A.W. Faber in Brooklyn unter der Leitung von Eberhard Faber, dem Bruder Lothars, eine Bleistiftfabrik. Später wird sich die Firma vom Mutterhaus lösen und unter dem Namen "Eberhard Faber" zum eigenständigen Unternehmen.

1862
Erhebung in den Freiherrenstand

Für seine herausragenden wirtschaftlichen und sozialen Verdienste erhält Lothar von Faber im Laufe der Jahre zahlreiche Orden und Auszeichnungen. 1862 verleiht ihm König Maximilian II von Bayern den Titel eines Freiherrn, drei Jahre später wird er zum Reichsrat der Krone Bayerns ernannt. Der französische Kaiser Napoleon III entsendet im Jahr 1867 eine Kommission nach Stein, um die als vorbildlich angesehenen Wohlfahrteinsrichtungen für Arbeiter zu studieren. Die Abgesandten zeigen sich in so hohem Maße beeindruckt, dass der Kaiser Lothar von Faber den Ritterorden der Ehrenlegion verleiht. 1881 wird Lothar von Faber in den erblichen Freiherrnstand erhoben.

1870
Eintragung der Marke A.W. Faber ins Handelsregister der USA

Im Jahr 1870 wird A.W. Faber offiziell als fünfte Marke ins Handelsregister der USA eingetragen. Da die vier anderen Firmen nicht mehr existieren, ist A.W. Faber somit die älteste Marke der USA. Im gleichen Jahr wird die Eintragung in Russland registriert. Es folgen England, Italien, Frankreich und Spanien.

1874
Markenschutzgesetz

Lothar von Faber kennzeichnet seine hochwertigen Produkte bereits mit dem Namen seiner Firma, als dies noch völlig unüblich ist. Schon bald jedoch kommen viele Stifte minderer Qualität mit dem Faber-Schriftzug auf den Markt, so dass sich Lothar gezwungen sieht, gegen die billigen Nachahmungen seiner Produkte gerichtlich vorzugehen. In seiner Funktion als Reichsrat reicht er eine Petition "zur Schaffung eines Markenschutzgesetzes" ein. Es tritt 1875 in Kraft.

1880
Produktpräsentation

Stets legt Lothar von Faber größten Wert auf eine exklusive Präsentation seiner hochwertigen Produkte. Er gestaltet Verkaufsräume und Schaufenster mit viel Liebe zum Detail und scheut dabei weder Kosten noch Mühe. Diese Präsentationstruhe besitzt mehrere Schubladen und ist mit Einlegearbeiten und Gussfiguren aufwändig dekoriert. Die beiden seitlich angebrachten Putti sind mit Schreiben und Stiftespitzen beschäftigt.

1884
Das "Faberhaus" in Berlin

Seit der Reichsgründung 1871 wächst Berlin zu einer bedeutenden Metropole heran. Auch A.W. Faber ist in der neuen Hauptstadt präsent und eröffnet am "Kaisertag" des Jahres 1884 in der eleganten Friedrichstraße ein äußerst repräsentatives Geschäftshaus. Im Erdgeschoss ist ein großzügiges Verkaufslokal eingerichtet, während sich im 1. Obergeschoss das Musterlager, das Comptoir und das Büro des Firmenleiters befinden. Das als "Faberhaus" berühmt gewordene Gebäude wird bedauerlicherweise dem Bombenhagel des Zweiten Weltkrieges zum Opfer fallen.

5. Generation (1851 - 1893)
Freiherr Wilhelm von Faber

Lothar von Fabers einziges Kind ist für die Nachfolge bestimmt. Wilhelm von Faber absolviert in Nürnberg und in der Schweiz eine kaufmännische Ausbildung und ist von 1873 an im Unternehmen tätig. 1876 erhält er Prokura.

Der eher musisch veranlagte Wilhelm muss schwere Schicksalsschläge verkraften, denn er verliert seine beiden zur Nachfolge bestimmten Söhne Lothar und Alfred bereits im Alter von drei und vier Jahren. Tragischerweise stirbt auch er viel zu früh mit gerade 42 Jahren. Er hinterlässt drei minderjährige Töchter.

Nach dem Tod seines Vaters Lothar von Faber geht die Firma an die Witwe Ottilie über. Sie führt das Unternehmen bis zur Jahrhundertwende mit Hilfe von bewährten Mitarbeitern.

6. Generation (1866-1928)
Alexander Graf von Faber-Castell

Wilhelm von Fabers älteste Tochter und spätere Erbin, Freiin Ottilie von Faber (1877-1944), vermählt sich 1898 mit Alexander Graf zu Castell-Rüdenhausen. Im Jahr 1900 tritt er in die Geschäftsführung ein, die er nach dem Tod der Witwe Lothars 1903 übernimmt. Im gleichen Jahr wird der Grundstein für das repräsentative „Neue Schloss“ gelegt – ein einzigartiges Baudenkmal des Jugendstils.

Unter Graf Alexander erlebt die Firma einen neuen Aufschwung. Mit dem grünen Klassiker "Castell" und dem Markenzeichen der Bleistiftritter verleiht er dem Unternehmen ein modernes, unverwechselbares Image.

1898
Ein neuer Name

Um den renommierten Firmennamen "Faber" zu erhalten, hat Lothar von Faber seinerzeit verfügt, dass bei der Eheschließung der Firmenerbin deren Familienname erhalten bleiben müsse - damals ein höchst ungewöhnlicher Vorgang, der königlicher Genehmigung bedarf. Deshalb nennen sich Alexander und Ottilie nicht "Graf und Gräfin zu Castell-Rüdenhausen", sondern "Graf und Gräfin von Faber-Castell". Später wird der neue Name auch auf die Firma übertragen: A.W. Faber-Castell.

1903
Neues Schloss

Unmittelbar neben dem von Lothar von Faber errichteten Schloss planen Ottilie und Alexander von Faber-Castell einen repräsentativen Neubau nach Entwürfen des Nürnberger Architekten Theodor von Kramer. Die Fassade wird auf Wunsch des Bauherrn burgähnlich gestaltet - Symbol für den Namen Castell. Die Innenräume hingegen entsprechen dem Zeitgeist und sind bis heute ein herausragendes Beispiel für erlesene Jugendstilarchitektur. Drei Räume im Schloss wurden von Bruno Paul konzipiert. Die Bäder besitzen allen Komfort und sind mit der modernsten damals verfügbaren Technik ausgestattet.

1905
Stiftserie CASTELL

Mit der Entwicklung einer hochwertigen Stiftserie mit Namen "Castell" gelingt es Graf Alexander bereits kurze Zeit nach Übernahme der Geschäftsleitung, sich von der Konkurrenz abzusetzen. Die erstklassige Produktlinie wird mit Hilfe eines neuen Verfahrens hergestellt und umfasst ein differenziertes Sortiment. Die grüne Farbe - angeblich gewählt nach der Farbe von Graf Alexanders Regiment - wird ebenso wie das Werbemotiv der Bleistiftritter zum Markenzeichen der Firma A.W. Faber-Castell.

1908
Künstlerfarbstift Polychromos

Kurze Zeit nach dem Castellstift kommt mit dem "Polychromos" ein weiters Erfolgsprodukt auf den Markt. Er ist bereits in 60 Farbtönen erhältlich, die sorgfältig auf die gängigen Aquarellfarben abgestimmt sind. Binnen weniger Jahre avanciert der Stift in Künstlerkreisen zum Spitzenprodukt, dessen hervorragende Stellung bis heute unangefochten ist.

1911
150-jähriges Jubiläum

1911 kann das 150-jährige Jubiläum gefeiert werden. Ein moderner Fertigungskomplex mit lichtdurchfluteten Hallen ermöglicht beste Arbeitsbedingungen. Seit 1904 hat sich die Anzahl der Mitarbeiter mehr als verdoppelt: 2000 Arbeiter und 200 leitende Angestellte im kaufmännischen und im technischen Bereich, sogenannte "Beamte", sind im Untenehmen tätig, um 100 000 Stammkunden aus aller Welt mit Produkten zu beliefern.

1916
Trennung von Ottilie und Alexander von Faber-Castell

Nach 18 Jahren Ehe trennt sich das gräfliche Paar. Die lange Abwesenheit Graf Alexanders während des Krieges und wohl auch unterschiedliche Interessen haben die Eheleute einander entfremdet. Ottilie verlässt ihren Mann und ihre Kinder, um fortan in zweiter Ehe mit Philipp von Brand zu Neidstein zu leben. Gemäß damaligem Recht wird sie schuldig geschieden, das Familienvermögen überlässt sie ihrem Sohn Roland. Die Geschäfte werden wie bisher von Graf Alexander geführt.

1914-1918
Ausländische Niederlassungen

Der Erste Weltkrieg trifft die deutsche Wirtschaft empfindlich. Auch Faber-Castell muss herbe Verluste hinnehmen. Die ausländischen Niederlassungen werden beschlagnahmt, die amerikanischen Firmen nach Kriegsende verkauft. Es wird lange dauern, bis A.W. Faber-Castell, vormals A.W. Faber, wieder in den USA Fuß fassen kann, denn erst 1994 gelingt es, die Markenrechte für USA und Kanada wieder zu erwerben.

1928
Tod Graf Alexanders

Zwei Jahre nach der Scheidung von Ottilie hat Graf Alexander sich in zweiter Ehe mit Margit Gräfin von Zedtwitz vermählt, Sohn Radulf wird 1922 geboren. Graf Alexander ändert seinen Familiennamen und nennt sich wieder Graf zu Castell-Rüdenhausen. In seinem 62. Lebensjahr erliegt er einem Lungenleiden. Sein einziger Sohn aus erster Ehe, der erst 23-jährige Graf Roland, tritt das Erbe an.

7. Generation (1905-1978)
Roland Graf von Faber-Castell

Nach dem Tod Graf Alexanders im Jahr 1928 tritt sein Sohn Roland die Nachfolge in der Unternehmensführung an. 1932 übernimmt Faber-Castell die von Lothar von Fabers Bruder Johann 1879 gegründete Bleistiftfabrik „Johann Faber“ und damit auch die Tochtergesellschaft „Lapis Johann Faber“ in Sao Carlos/Brasilien. 1950 erwirbt Faber-Castell die Firma Osmia und beginnt unter dem Markennamen Faber-Castell mit der Produktion von Füllerfederhaltern, die jedoch 1975 wieder eingestellt wird.

Von 1960 bis 1977 werden neue Auslandsniederlassungen gegründet, darunter eine Vertriebsgesellschaft in Frankreich (1960), Werke in Australien, Österreich (beide 1962), Argentinien und Peru (beide 1965). Zwei Jahre später gelingt es Grafen Roland, die Mehrheitsanteile an der im 2.Weltkrieg beschlagnahmten „Lapis Johann Faber“ S. A. in São Carlos, Brasilien, zurückzukaufen. Heute ist dieses Unternehmen die größte Farbstiftfabrik der Welt.

1932
Dekorative Figurenetuis

Kindgerechte Produkte und attraktive Verpackungen sind bereits Lothar von Faber ein wichtiges Anliegen. Auch Roland Graf von Faber-Castell nimmt diese Tradition auf und bringt eine Kollektion dekorativer Figurenetuis auf den Markt: Trachtenpaare, Tiere, Wichtel, Osterhasen und Weihnachtsmänner. Bis heute erfreuen diese bunten Stiftschächtelchen nicht nur Kinderherzen.

1948
Patentstiftproduktion

Der zweite Weltkrieg bedeutet für die Industrie einen enormen Einbruch. Die ausländischen Fabriken in Brasilien und den USA gehen verloren. Roland von Faber-Castell gelingt es jedoch in relativ kurzer Zeit, das Unternehmen zu neuer Blüte zu bringen.

1948 erfolgt die Aufnahme einer Patentstiftproduktion in Konstanz. Der dort gefertigte TK-Stift, ein neuer mechanischer Stift für Techniker und Künstler, setzt sich international erfolgreich durch.

1949
Kugelschreiber

Kugelschreiber entwickeln sich nach dem Krieg zum beliebten Schreibgerät und machen dem Füllhalter ernsthafte Konkurrenz. Als erster deutscher Schreibgerätehersteller führt A.W. Faber-Castell Kugelschreiber im Sortiment und bewirbt ihn mit einer Serie bunter und zeitgemäßer Bildmotive.

1950
Ein neues Logo

In den Nachkriegsjahren empfindet man das Rittermotiv wohl als unmodern und ändert das Unternehmenslogo. Das einprägsame Oval mit dem Firmenschriftzug, bekrönt von dem Wappen der Familie Faber-Castell, entspricht dem Zeitgeschmack und markiert den Aufbruch in eine neue Zeit. Erst im Zuge der Neuausrichtung 1993 greift man das Rittersymbol erneut auf.

Um 1950
Bunte Stiftverpackungen

Die tristen Jahre der Nachkriegszeit sind vorbei. Man freut sich wieder des Lebens, die Reiselust ist neu entfacht und man liebt Stiftverpackungen mit bunten Motiven ferner Länder. Besonders beliebt ist Italien, dessen sonnigen Stränden man mit vollgepacktem VW-Käfer bester Laune entgegentuckert.

1961
200 Jahre A.W. Faber-Castell

1961 feiert das Unternehmen sein 200-jähriges Bestehen mit 3000 Mitarbeitern, Pensionisten und Gästen aus aller Welt. Von der Insel Reichenau im Bodensee ist die Bürgerwehr in ihren historischen Uniformen angereist, da man seit Jahren in bestem Einvernehmen mit dem Werk in Konstanz steht. Regen Anteil an dem Ereignis nimmt die Steiner Bevölkerung, die Kinder haben sogar schulfrei und betrachten mit Begeisterung den farbenprächtigen Festzug.

8. Generation
Anton Wolfgang Graf Faber-Castell

1978 tritt Anton Wolfgang Graf von Faber-Castell an die Unternehmensspitze und beginnt noch im selben Jahr mit der Produktion von holzgefassten Stiften für die dekorative Kosmetik (Private Label). In den folgenden zwei Jahrzehnten wird eine Reihe neuer Auslandsniederlassungen und -werke gegründet, darunter die heute größte Kautschuk-Radiergummifabrik der Welt in Malaysia (1980).

Auch Umweltaspekte treten mit einem einzigartigen Forstprojekt für Holzstift-Brettchen in Brasilien, der Entwicklung umweltfreundlicher Wasserlack-Technologie sowie einer Produktionsstätte für Brettchen und Stifte aus ökologisch zertifizierten Holzressourcen in Costa Rica zunehmend in den Vordergrund unternehmerischen Denkens.

1993 setzt Faber-Castell eine konsequente „Neuausrichtung" des Marken- und Erscheinungsbilds durch und restrukturiert das Sortiment in fünf Kompetenzfelder. Im März 2000 unterzeichnet Faber-Castell gemeinsam mit der IG-Metall eine weltweit gültige „Sozialcharta", die den Richtlinien der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) entspricht. Im Juli 2003 tritt Faber-Castell dem „Global Compact" der Vereinten Nationen bei, der sich weltweit für gemeinsame globale Werte der Unternehmen einsetzt.