Nachhaltige Forstprojekte in Lateinamerika

Für uns ist die Ressource Holz unabdingbar. Eigene Holzversorgungsprogramme in Brasilien und Kolumbien sollen daher eine nachhaltige Sicherung der wichtigsten Ressource für das Unternehmen gewährleisten. Dies ist für uns eines der strategisch wichtigsten Ziele und zugleich eine der größten Herausforderungen für die Zukunft. Als größter Einzelproduzent von holzgefassten Stiften benötigen wir bis zu 150.000 Tonnen Holz jährlich.

Forstprojekt Brasilien

Vor nahezu drei Jahrzehnten wurde in Prata, im Bundesstaat Minas Gerais im Südosten Brasiliens, ein einzigartiges Forstprojekt ins Leben gerufen. Auf einer Fläche von ca. 10.000 Hektar ursprünglichen Brachlands, mehr als 2.000 km vom Amazonas-Regenwald entfernt, wurden Millionen Setzlinge der Sorte Pinus caribaea angepflanzt. Diese Baumart eignet sich besonders auf dem kargen und sandigen Boden der brasilianischen Savanne, da sie unter diesen Bedingungen schnell und ideal wachsen kann. Wir können so jede Stunde ca. 20 Kubikmeter Holz nachwachsen lassen. Die Pinienforste in Brasilien dienen hauptsächlich zur Versorgung des weltgrößten Werkes in São Carlos (Bundesstaat São Paulo) mit einer Produktionskapazität von knapp zwei Milliarden holzgefassten Stiften pro Jahr.

Schutz der Biodiversität

Knapp ein Drittel der rund 10.000 Hektar großen firmeneigenen Forste in Prata sind naturbelassen. Diese werden nicht zur Holzgewinnung genutzt, sondern dienen dem Schutz der Vielfalt der Arten, der Ökosysteme sowie der genetischen Vielfalt. Somit sichern wir zahlreichen, zum Teil vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten einen einzigartigen Lebensraum.

2001 haben wir die beiden Biodiversitätsprogramme „Arboris“ und „Animalis“ ins Leben gerufen, welche regelmäßig den wachsenden Fortschritt der biologischen Vielfalt in den firmeneigenen brasilianischen Forsten analysieren. Das Projekt „Animalis“ ist der wohl sichtbarste Teil des Umweltschutzprogrammes. Auf Basis von Beobachtungen, Kameraaufzeichnungen und Fußabdrücken erfolgt eine jährliche Registrierung der unterschiedlichen Tierarten. Dadurch können wichtige Erkenntnisse für nachhaltiges Forsten und umweltpädagogische Aspekte vor Ort gewonnen und hinsichtlich des Artenschutzes optimiert werden. Seit Beginn der Aufzeichnungen ist die Zahl der registrierten Arten kontinuierlich gewachsen und bietet heute einen Lebensraum für etwa 64 Säugetier-, 237 Vogel- und 60 Reptilien- und Amphibienarten. Seit 2013 wird zusätzlich der Bestand der Fledermausarten überwacht.

Im Rahmen des Projektes „Arboris“ wurden bisher mehr als 40.000 lokale Bäume sowie andere Nutzpflanzen in den Reservatsbereichen der Plantagen angesiedelt, die der Etablierung und Förderung der natürlichen Flora dienen. Das Projekt zielt jedoch nicht nur auf den Erhalt der heimischen Pflanzenwelt ab, sondern gewährleistet durch die Vielzahl der auf den Pflanzen siedelnden Insektenpopulationen auch eine natürliche Kontrolle des Schädlingsbefalls der Wälder. Zudem stellt es eine hohe Wasser- und Bodenqualität sicher und bietet Schutz vor Erosion.